EU: Die Blockchain und die Flüchtlingskrise

Aus einem vor kurzem veröffentlichten Dokument der Europäischen Union geht hervor, dass eine Arbeitsgruppe untersucht, wie die Blockchain-Technologie bei der Flüchtlingskrise durch das Sammeln von digitalen Identitäten helfen könnte.

Am 29. August wurden Änderungen des Haushalsplan der Europäischen Union veröffentlicht. Aus diesen geht hervor, dass die Arbeitsgruppe, die bereits im letzten Jahr gegründet wurde, bisher 425.000 Euro aus ihrem Budget von 850.000 Euro in 2017 ausgegeben hat.

Ebenfalls enthalten in dem Dokument sind Anmerkungen, die voraussichtlich von Jakob von Weizsäcker stammen. Dieser hatte die Idee für eine Arbeitsgruppe in dem Gebiet im vergangenen Jahr ins Rollen gebracht. Nun denkt er, dass die Blockchain bei der Speicherung von Identitäten von Flüchtlingen helfen könnte.

In dem Dokument heißt es:

„Ein besonderes Anwendungsgebiet in dessen Rahmen das Potenzial von DLT-basierten Lösungen untersucht werden sollte, ist die Steuerung der Flüchtlingssituation. Viele Flüchtlinge und Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen sind nicht in der Lage, ihre Identität nachzuweisen oder Zugang zu essenziellen Diensten zu erhalten. Sie verfügen nicht über die erforderlichen Dokumente, um eine Bankkonto zu eröffnen, und ohne die erforderlichen Dokumente sind viele Flüchtlinge nicht in der Lage, Zugang zur Gesundheitsversorgung zu erhalten, Rechtsschutz zu erlangen oder ihre Kinder an Schulen einzuschreiben. Gleichzeitig benötigen die EU-Regierungen, die Partnerschaften zu anderen Ländern und Organisationen (z. B. nichtstaatlichen Organisationen) pflegen, innovative Lösungen, um den zunehmenden Zustrom von Migranten und ihren vorübergehenden Aufenthalt in verschiedenen Ländern zu steuern. DLT-Anwendungen könnten sich aufgrund ihrer verteilten und robusten Architektur für solche Anwendungsgebiete eignen.“

Aber auch andere Institutionen arbeiten daran, die Situation von vielen Flüchtlingen durch Technologie zu verbessern. So hatten die Vereinten Nationen in Jordanien ein Pilotprojekt mithilfe von Ethereum gestartet. 10.000 Menschen nahmen an dem Projekt teil und erhielten finanzielle Hilfe durch das Netzwerk.

Zum jetzigen Zeitpunkt arbeiten insgesamt sieben UN-Organisationen an der Anwendung der Blockchain für die Flüchtlingskrise.

Englische Originalversion 

Image via Unsplash

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