Zcash (ZEC) hat am Donnerstagnachmittag ein Tageshoch von 979 Dollar markiert. Für die Privacy-Coin, also eine Kryptowährung mit besonders starkem Fokus auf Anonymität, ist das ein bemerkenswerter Sprung. Spannend wird es aber vor allem an einer anderen Stelle: Der steile Kurs macht das Schürfen von Zcash gerade so lukrativ wie selten, und das zieht immer mehr Rechenleistung ins Netzwerk. Ob dich das direkt betrifft, hängt davon ab, ob du selbst mit Hardware minst oder einfach nur Coins hältst.
Warum ein hoher Kurs das Mining anheizt
Mining bedeutet, dass Rechner Transaktionen bestätigen und dafür neue Coins als Belohnung bekommen. Wie viel diese Belohnung wert ist, hängt direkt am Kurs. Steigt der Preis, steigt auch der Ertrag pro geschürftem Coin, während die Stromkosten erst einmal gleich bleiben. Genau das passiert bei Zcash gerade.
Die Folge: Das Schürfen von Zcash zählt aktuell zu den profitabelsten überhaupt im Vergleich zu anderen Coins, die sich mit derselben Hardware minen lassen. Konkret heißt das, wer eine passende Mining-Ausrüstung besitzt, richtet sie derzeit eher auf Zcash aus als auf Alternativen, weil dort im Moment am meisten hängen bleibt.
Was die Rekord-Hashrate aussagt
Die Hashrate ist die gesamte Rechenleistung, die im Netzwerk am Werk ist. Je höher sie ist, desto mehr Maschinen konkurrieren um die Belohnung, und desto schwerer wird es für einen Einzelnen, einen Block zu finden. Bei Zcash läuft diese Rechenleistung nahe ihrer Höchstwerte. Laut den Daten von CoinWarz arbeitet das Netzwerk zuletzt bei rund 91 Prozent seiner bisherigen Spitze.
Eine hohe Hashrate ist grundsätzlich ein gutes Zeichen für die Sicherheit einer Blockchain, weil ein Angreifer viel Rechenleistung aufbringen müsste, um das Netzwerk zu stören. Sie ist aber auch ein Nachläufer des Kurses: Zieht der Preis an, kommen Miner dazu, fällt er wieder, ziehen sie ihre Maschinen ab. Gut zu wissen ist, dass ein Rekord bei der Rechenleistung deshalb kein unabhängiges Signal für einen weiter steigenden Kurs ist.
Was das für dich bedeutet
Wer Zcash nur hält oder über eine Börse handelt, merkt vom Mining-Boom praktisch nichts. Für dich zählt allein der Kurs, und der bewegt sich derzeit stark nach oben. Wer dagegen selbst minst, steht vor einer nüchternen Rechnung: Mehr Konkurrenz durch die hohe Hashrate bedeutet einen kleineren Anteil an der Belohnung, auch wenn jeder einzelne Coin gerade mehr wert ist.
Der Haken bei dieser Art von Rally: Mining-Profitabilität und Kurs bedingen sich gegenseitig. Bleibt der Preis hoch, lohnt sich das Schürfen weiter und die Rechenleistung bleibt oben. Kippt der Kurs, schalten viele Miner ihre Geräte ab, weil sich der Strom nicht mehr rechnet. Woran du den nächsten Schritt erkennst, ist also weniger die Hashrate als der Preis selbst. Ob das aktuelle Niveau hält, ist offen, und ein festes Ziel gibt der Markt hier nicht her.



