Hand hält ein Smartphone mit XRP-Logo und einem Kurschart, der sich nach starken Ausschlägen beruhigt, im Hintergrund eine Straße
Annika Vogt10:42 Uhr

XRP Kurs: Druck durch Liquidationen auf Binance lässt nach

Bei XRP auf Binance werden weniger gehebelte Positionen zwangsweise geschlossen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung. Monatelang gab es dort immer wieder heftige Ausschläge. Für dich ist das interessant, weil diese Zwangsverkäufe den Kurs zuletzt oft stärker bewegt haben als echte Käufe und Verkäufe.

Was eine Liquidation überhaupt ist

Viele Trader handeln XRP nicht direkt, sondern über Futures. Das sind Verträge, mit denen man auf steigende oder fallende Kurse setzt, oft mit geliehenem Geld. Dieses Geld nennt man Hebel. Läuft der Kurs gegen die Position und reicht die hinterlegte Sicherheit nicht mehr, schließt die Börse die Position automatisch. Das ist eine Liquidation.

Das Problem dabei: Viele Liquidationen auf einmal verstärken sich gegenseitig. Werden Long-Positionen zwangsweise verkauft, drückt das den Kurs weiter nach unten. Dann trifft es die nächsten. So entstehen die plötzlichen Kursstürze, die sich mit Nachrichten kaum erklären lassen.

Warum der Markt gerade ruhiger wirkt

Laut einer Analyse auf CryptoQuant sind die Liquidationen bei XRP auf Binance zuletzt deutlich zurückgegangen. Sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite fehlen die großen Spitzen, die den Markt vorher geprägt haben. Weniger Hebel heißt weniger Spannung.

Konkret heißt das: Wer XRP einfach in der Wallet oder auf einer Börse hält, muss mit etwas weniger Kursausschlägen rechnen, die nur durch Zwangsverkäufe entstehen. Ein Schutz vor Verlusten ist das aber nicht. Der Kurs kann auch ohne Liquidationswelle fallen.

Was das NVT Ratio dazu sagt

In derselben Auswertung taucht noch eine zweite Kennzahl auf: das NVT Ratio. Es setzt den Marktwert eines Netzwerks ins Verhältnis zu dem Wert, der tatsächlich darüber verschickt wird. Ein hoher Wert bedeutet, dass der Preis der echten Nutzung vorausläuft. Bei XRP lag die Kennzahl zuletzt bei 36,97.

Long- und Short-Liquidationen bei XRP auf Binance sowie das NVT Ratio bei 36,97.
Long- und Short-Liquidationen bei XRP auf Binance sowie das NVT Ratio bei 36,97. Quelle: Cryptoquant, via Bitcoin.com

Gut zu wissen: Die Zahl allein ist kein Kauf- oder Verkaufssignal. Sie zeigt nur, wie stark Bewertung und Nutzung im Netzwerk gerade auseinander oder zusammen liegen. Interessant wird sie im Verlauf, nicht als Momentaufnahme.

Warum weniger Hebel noch keinen Aufschwung macht

Ein ruhigerer Derivatemarkt räumt vor allem Störfeuer aus dem Weg. Für einen nachhaltigen Anstieg braucht es aber etwas anderes: Käufe am Spotmarkt, also echte Käufe von XRP statt Wetten darauf. Dazu kommen steigende Handelsvolumen und ein Kurstrend, der das trägt.

Genau daran fehlt es bisher. Die Stimmung rund um XRP ist zuletzt eher gedrückt, und auch bei den XRP-ETFs lief es zuletzt nicht rund. Der Hebelmarkt hat sich beruhigt, die Nachfrage hat aber noch nicht spürbar angezogen.

Woran sich der nächste Schritt erkennen lässt

Ob aus der Ruhe mehr wird, zeigt sich an zwei Dingen. Zum einen am Volumen an den Spotbörsen: Steigt es bei gleichzeitig niedrigen Liquidationen, kommt frisches Geld in den Markt. Zum anderen daran, ob die Liquidationsspitzen wiederkehren. Tauchen sie bei der nächsten größeren Kursbewegung erneut auf, hat sich am Verhalten der Trader wenig geändert. Bleiben sie aus, hat der Markt seine Hebel tatsächlich abgebaut.

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