Physische XRP-Münze mit XRP-Logo vor einer hellen Bankfassade
Annika Vogt10:38 Uhr

XRP Ledger: Neues Upgrade teilt Zahlung und Compliance ab 5. Oktober

Das XRP Ledger startet einen zweiten Versuch mit einem Upgrade, das vor allem für Banken und größere Firmen gebaut ist. Es heißt Permission Delegation und könnte am 5. Oktober scharfgeschaltet werden. Der Kern: Ein Konto kann einem anderen Konto eng umrissene Rechte übertragen, etwa Zahlungen auslösen oder Kunden freigeben, ohne gleich die volle Kontrolle über das Konto abzugeben. Für dich als normaler XRP-Nutzer ändert sich im Alltag wenig, aber für den institutionellen Ausbau des Netzwerks ist das ein größerer Schritt.

Was Permission Delegation überhaupt macht

Ein Konto auf dem XRP Ledger wird über einen privaten Schlüssel gesteuert. Wer den Schlüssel hat, kann alles: Geld senden, Einstellungen ändern, Rechte vergeben. Das ist für eine Privatperson praktisch, für ein Unternehmen aber ein Problem. Dort erledigen verschiedene Abteilungen verschiedene Aufgaben, und niemand will jedem den Generalschlüssel in die Hand drücken.

Genau da setzt Permission Delegation an. Ein Konto kann einem zweiten Konto erlauben, nur bestimmte Transaktionstypen auszuführen. Die eine Stelle darf zum Beispiel Zahlungen freigeben, eine andere neue Kunden prüfen und bestätigen. Der Hauptschlüssel bleibt getrennt davon liegen, im Zweifel offline im Kühlhaus, wie es in der Branche heißt. Die Details dazu stehen in der XRPL-Dokumentation.

Warum das für Banken wichtig ist

Banken und Vermögensverwalter arbeiten mit klaren Rollen und einer Trennung von Aufgaben. Wer eine Zahlung auslöst, ist eine andere Person als die, die sie freigibt, und wieder eine andere prüft die Kunden. Diese Trennung ist bei ihnen kein Wunsch, sondern Vorschrift. Auf einer öffentlichen Blockchain ließ sich das bisher nur umständlich abbilden.

Konkret heißt das: Ein Unternehmen kann seine Prozesse künftig direkt auf dem XRP Ledger nachbauen, statt Umwege über eigene Systeme zu gehen. Wer nur XRP hält oder über eine Börse handelt, merkt davon nichts. Betroffen sind die Firmen, die eigene Konten auf der Kette betreiben und dort mit mehreren Personen oder Systemen arbeiten. Für sie fällt eine Hürde weg, die den Einstieg bisher unnötig kompliziert gemacht hat.

Warum es ein zweiter Anlauf ist

Änderungen am XRP Ledger laufen nicht über eine zentrale Stelle, sondern über sogenannte Amendments. Das sind Vorschläge, über die die Validatoren abstimmen, also die Rechner, die die Transaktionen bestätigen. Erst wenn ein Amendment über einen Zeitraum von zwei Wochen genug Zustimmung hält, wird es aktiviert. Bleibt die Unterstützung darunter, verzögert sich der Start oder er scheitert ganz.

Genau das ist hier der Grund für den erneuten Versuch. Das Upgrade ist Teil eines größeren Pakets rund um institutionelle Funktionen, und die Aktivierung hängt weiterhin an der Zustimmung der Validatoren. Der 5. Oktober ist deshalb ein mögliches Datum, kein garantiertes. Ob es hält, lässt sich am Amendment-Dashboard mitverfolgen, das den aktuellen Stand der Abstimmung anzeigt.

Musst du selbst etwas tun

Für die meisten Leute lautet die Antwort: nein. Wer seine XRP auf einer Börse liegen hat oder eine gewöhnliche Wallet nutzt, muss nichts umstellen. Die neue Funktion ist optional und richtet sich an Konten, die sie aktiv einsetzen wollen. Wer dagegen einen eigenen XRPL-Node betreibt, muss die Software rechtzeitig aktualisieren, sonst wird der Node nach der Aktivierung blockiert und läuft nicht mehr mit der aktuellen Kette.

Was jetzt zählt, ist die Abstimmung. Erreicht Permission Delegation die nötige Schwelle und hält sie über die zwei Wochen, geht die Funktion Anfang Oktober live. Bleibt die Zustimmung aus, verschiebt sich der Termin erneut, so wie beim ersten Anlauf.

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