Für XRP beginnt der Oktober mit einer gemischten Lage. Die Nachfrage über börsengehandelte Fonds hält an, und auf den Handelsplätzen liegen weniger Coins. Das spricht eigentlich für steigende Kurse. Trotzdem gibt es zwei Bremsen: den Kalender und eine Kursmarke, an der XRP zuletzt immer wieder hängen geblieben ist.
Was für XRP spricht
Der erste Punkt sind die ETFs. Das sind Fonds, die an klassischen Börsen gehandelt werden und die Coins im Hintergrund selbst halten. Wer so einen Fondsanteil kauft, sorgt also indirekt dafür, dass echte XRP vom Markt genommen und verwahrt werden.
Der zweite Punkt hängt damit zusammen: Der Bestand an XRP auf Kryptobörsen sinkt. Coins, die auf einer Börse liegen, gelten als schnell verkäuflich. Wandern sie in Verwahrlösungen oder private Wallets ab, steht kurzfristig weniger Angebot bereit. Wenn dann die Nachfrage anzieht, kann der Preis leichter nach oben ausweichen.
Warum der Oktober trotzdem kein Selbstläufer ist
Die erste Bremse ist die Saisonalität. Damit ist gemeint, wie sich ein Kurs in bestimmten Monaten über viele Jahre hinweg entwickelt hat. Für XRP war der Oktober in der Vergangenheit eher ein schwacher Monat. Das ist kein Naturgesetz, aber viele Händler achten darauf und handeln entsprechend vorsichtig.
Die zweite Bremse ist eine Chartmarke. Laut einer aktuellen Analyse zum XRP-Ausblick für Oktober begrenzt ein Widerstand bei 1,70 Dollar den Spielraum nach oben. Ein Widerstand ist ein Preisbereich, in dem sich in der Vergangenheit viele Verkäufer gezeigt haben. Wer dort früher gekauft hat, nutzt die Rückkehr zum Einstiegspreis gern zum Ausstieg.
Was die 1,70 Dollar konkret bedeuten
Konkret heißt das: Solange XRP unter dieser Marke bleibt, spricht vieles für eine Seitwärtsphase, auch wenn die Nachfrage im Hintergrund solide wirkt. Erst ein klarer Ausbruch darüber würde zeigen, dass die Käufer die Oberhand gewinnen. Klar heißt dabei nicht ein kurzer Ausschlag nach oben, sondern ein Kurs, der sich über mehrere Tage oberhalb hält.
Gut zu wissen ist außerdem: ETF-Zuflüsse und schrumpfende Börsenbestände wirken eher langsam. Sie verändern das Angebot über Wochen, nicht über Nacht. Kurzfristige Ausschläge kommen dagegen oft vom breiten Markt, etwa wenn Bitcoin nachgibt und Altcoins mitzieht.
Wo sich die Richtung zuerst zeigt
Zwei Dinge verraten im Oktober am ehesten, wohin es geht. Zum einen die Zuflüsse in die XRP-ETFs: Bleiben sie stabil, obwohl der Kurs seitwärts läuft, sammeln große Anleger weiter ein. Zum anderen die Börsenbestände: Steigen sie plötzlich wieder, schieben Halter ihre Coins zurück auf die Handelsplätze, meist um zu verkaufen.
Offen bleibt, welche der beiden Kräfte stärker ist, die strukturelle Nachfrage oder die Verkäufer an der 1,70-Dollar-Marke. Ob der schwache Ruf des Oktobers auch 2026 hält, entscheidet sich genau an dieser Stelle.



