Smartphone zeigt eine Zahlungs-App mit XRP-Logo und grüner Bestätigung auf einem hellen Tisch
Annika Vogt10:49 Uhr

Ripple bringt XRP-Zahlungen in KI-Standard von Stripe und Tempo

Ripple hat sein Entwickler-Kit für den XRP Ledger erweitert und klinkt XRP damit in einen Zahlungsstandard ein, an dem auch Stripe und das Blockchain-Projekt Tempo mitschreiben. Ziel ist, dass Software selbst bezahlen kann: also KI-Agenten, die für einen Dienst wiederholt Geld überweisen, ohne dass ein Mensch jeden Vorgang bestätigt. Interessant ist das, weil hier zwei Welten zusammenkommen, die sonst getrennt laufen: klassische Zahlungsinfrastruktur und Krypto-Wallets.

Worum es bei dem Standard geht

Der Kern ist ein sogenanntes Machine Payments Protocol, ein Regelwerk, das beschreibt, wie automatisierte Programme Zahlungen anstoßen und abwickeln. Stripe und Tempo haben diesen Standard mitverfasst, Ripple bringt nun XRP und den hauseigenen Stablecoin RLUSD als Zahlungsmittel dazu. Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Wert an eine klassische Währung gekoppelt ist, bei RLUSD an den US-Dollar.

Die neuen Werkzeuge stecken im XRP Ledger AI Starter Kit in Version 1.1. Laut dem Entwicklerbeitrag von RippleX geht es dem Team ausdrücklich darum, keine Insellösung zu bauen. Der XRP Ledger soll an offene Standards andocken, statt ein eigenes, geschlossenes System zu betreiben.

Was Agenten damit tun können

Das Kit enthält Funktionen für wiederkehrende Zahlungen. Ein Agent kann also mehrfach für denselben Dienst bezahlen, etwa für Rechenleistung oder eine Datenabfrage, ohne dass jedes Mal ein Mensch eingreift. Dazu kommen Werkzeuge, mit denen ein Agent Wallets über mehrere Blockchains hinweg verwaltet. Er ist also nicht auf den XRP Ledger festgelegt, sondern kann Guthaben an verschiedenen Stellen halten und einsetzen.

Konkret heißt das: Wer XRP einfach nur hält oder auf einer Börse liegen hat, merkt von diesem Update nichts. Es richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die Anwendungen bauen, in denen Programme eigenständig zahlen. Für sie ändert sich, dass sie XRP und RLUSD jetzt in einem Standard nutzen können, der auch außerhalb der Ripple-Welt Unterstützung findet.

Warum die Namen Stripe und Tempo zählen

Stripe ist einer der großen Zahlungsabwickler im Netz und verarbeitet Kartenzahlungen für unzählige Onlinedienste. Dass ausgerechnet dieser Anbieter an einem Standard für Maschinenzahlungen sitzt, gibt dem Ganzen Gewicht. Die technischen Details zum Protokoll hat Stripe in einem eigenen Blogbeitrag beschrieben. Tempo wiederum ist ein junges Blockchain-Projekt, das mit an dem Regelwerk arbeitet.

Ein Entwickler aus dem Umfeld ordnete den Schritt auf X ein und betonte den Gedanken offener Standards statt geschlossener Systeme.

@jazzicoop auf X: Jazzi Cooper @jazzicoop · Follow Agentic payments will be multi-platform and multi-rail. Our job is to make XRP and RLUSD first-class options wherever developers are building. The latest XRPL AI Starter Kit expands support for the open standards developers are converging on: Open W
Quelle: @jazzicoop auf X

Nüchtern betrachtet bleibt vieles davon vorerst Infrastruktur. Ein Standard und ein Entwickler-Kit sind noch kein fertiges Produkt, das Millionen Menschen nutzen. Ob sich Zahlungen zwischen Maschinen wirklich durchsetzen und ob XRP dabei eine Rolle spielt, zeigt sich erst, wenn echte Anwendungen darauf laufen. Woran du den nächsten Schritt erkennst: an konkreten Diensten, die den Standard einsetzen, nicht an weiteren Ankündigungen.

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