Die US-Spot-ETFs auf XRP haben nach einer weiteren Woche mit Zuflüssen knapp 1,18 Milliarden XRP eingesammelt. Das ist fast genau die Menge, die Ripple am 1. Oktober aus seinem Escrow freigeben kann. Spannend ist dieser Gleichstand, weil er zeigt, wie viel Nachfrage die Fonds inzwischen aufbauen, gemessen an dem Angebot, das Ripple regelmäßig bereitstellt.
Wie viel XRP die Fonds wirklich halten
Verteilt auf sieben Fonds liegen bei den Verwahrern zusammen 1.179,62 Millionen XRP. Verwahrer sind die Firmen, die die Token im Auftrag der Fonds sicher aufbewahren. Die Menge entspricht 1,18 Prozent des fest begrenzten Gesamtangebots von 100 Milliarden XRP.
Allein in der vergangenen Woche flossen laut den ETF-Daten von SoSoValue 75,59 Millionen Dollar in die XRP-Fonds. Jeder Dollar, der dort ankommt, muss durch echte Token gedeckt sein. Die Fonds kaufen also tatsächlich XRP am Markt und legen es weg.
Die Marke von 1,18 Milliarden XRP machte zuerst auf X die Runde.

Was hinter der Freigabe am 1. Oktober steckt
Ripple hat einen großen Teil seiner XRP-Bestände in einem Escrow gesperrt. Das ist eine Art Treuhandkonto direkt auf dem XRP Ledger, das die Token nach festen Regeln Monat für Monat freigibt. Am Monatsanfang werden bis zu 1 Milliarde XRP zugänglich.
Gut zu wissen: Freigegeben heißt nicht verkauft. In der Vergangenheit hat Ripple einen großen Teil der entsperrten Token wieder in neue Escrow-Verträge gelegt. Nur der Rest steht für Verkäufe, Partner oder den laufenden Betrieb bereit.
Warum der Vergleich trotzdem hinkt
Der Gleichstand zwischen ETF-Bestand und monatlicher Freigabe klingt nach einem direkten Duell. Ganz so einfach ist es nicht. Die 1,18 Milliarden XRP der Fonds sind über Monate zusammengekommen. Die Escrow-Freigabe dagegen passiert jeden Monat neu.
Konkret heißt das: Die Fonds haben in ihrer gesamten Laufzeit ungefähr so viel XRP aufgenommen, wie Ripple theoretisch in einem einzigen Monat auf den Markt bringen könnte. Ob das Angebot die Nachfrage überholt, hängt deshalb vor allem daran, wie viel Ripple am Ende wirklich behält und wieder sperrt.
Wen das betrifft
Wer XRP in einer eigenen Wallet oder auf einer Börse hält, muss wegen der Freigabe nichts tun. Die Token deiner Wallet bleiben unberührt, es geht allein um Ripples eigene Bestände. Die US-Spot-ETFs selbst sind für Privatanleger in Deutschland in der Regel nicht direkt handelbar, sie wirken aber über die Nachfrage auf den Markt, an dem du ebenfalls handelst.
Woran sich die nächste Bewegung ablesen lässt
Zwei Zahlen verraten in den kommenden Tagen, wie sich das Kräfteverhältnis verschiebt. Die erste: wie viel der am 1. Oktober freigegebenen Milliarde Ripple wieder in den Escrow zurücklegt, das ist auf dem XRP Ledger öffentlich einsehbar. Die zweite: ob die wöchentlichen ETF-Zuflüsse das Tempo der letzten Woche halten. Bleiben beide Werte auf ihrem aktuellen Kurs, nehmen die Fonds weiter mehr auf, als aus Ripples Freigaben tatsächlich frei in den Markt fließt.



