Die US-Spot-ETFs auf XRP hatten am 2. Oktober einen schwachen Tag. Unterm Strich floss Geld ab, und das verwaltete Vermögen schrumpfte spürbar. Interessant ist dabei weniger der Abfluss selbst als die Frage, wer gerade verliert: Nach aktueller Rechnung liegen die ETF-Anleger zusammen rund 133 Millionen Dollar unter Wasser.
Was am 2. Oktober passiert ist
Ein Spot-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der die Münze tatsächlich hält. Wer einen Anteil kauft, besitzt also indirekt echtes XRP, ohne selbst eine Wallet zu brauchen.
Am 2. Oktober zogen Anleger aus diesen Fonds netto 3,28 Millionen Dollar ab. Der gesamte Betrag entfiel auf den Fonds von Bitwise. Die übrigen Anbieter meldeten weder Zu- noch Abflüsse, die das Bild verändert hätten.
Laut den ETF-Daten von SoSoValue fiel das Nettovermögen aller Spot-XRP-ETFs von 1,695 Milliarden Dollar am Vortag auf 1,658 Milliarden Dollar. Das ist ein Minus von etwa 37 Millionen Dollar an einem einzigen Handelstag.
Warum das Vermögen stärker fällt als der Abfluss
Die beiden Zahlen passen auf den ersten Blick nicht zusammen. Gut 3 Millionen Dollar flossen ab, das Vermögen sank aber um mehr als das Zehnfache.
Die Erklärung ist simpel: Der Großteil des Rückgangs kommt nicht von Anlegern, die verkaufen, sondern vom XRP Kurs selbst. Fällt der Preis der Münze, sinkt automatisch der Wert jedes Bestands im Fonds, auch wenn niemand einen Anteil zurückgibt.
Konkret heißt das: Die meisten ETF-Anleger halten still. Sie verlieren gerade Geld auf dem Papier, ziehen aber nicht in Scharen ab. Genau daraus ergibt sich auch die Lücke von rund 133 Millionen Dollar zwischen dem, was über die Zuflüsse investiert wurde, und dem, was diese Bestände aktuell wert sind.
Rückenwind fehlt auch von der Makroseite
Der schwache Tag fiel in ein nervöses Umfeld. Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht sorgte für Unruhe an den Märkten. Solche Daten bewegen die Erwartungen an die Zinspolitik der US-Notenbank, und davon hängt auch ab, wie viel Risiko Investoren bereit sind einzugehen.

Für Altcoins wie XRP ist das doppelt unangenehm. Wenn große Anleger vorsichtiger werden, trennen sie sich meist zuerst von den Positionen, die stärker schwanken.
Betrifft dich das überhaupt?
Direkt eher nicht. US-ETFs sind für Privatanleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Regel nicht über den normalen Broker erhältlich, weil ihnen die in der EU vorgeschriebenen Produktinformationen fehlen.
Indirekt schon. Die ETF-Ströme gelten als Gradmesser dafür, ob institutionelles Geld in XRP hinein- oder herausfließt. Wer XRP selbst hält, spürt die Stimmung dieser Großanleger über den Kurs.
Woran sich die nächste Richtung ablesen lässt
Ein einzelner Abflusstag bei einem Anbieter ist noch kein Trend. Aufschlussreicher wird, ob sich die Abflüsse in den kommenden Sitzungen auf weitere Fonds ausweiten oder ob Bitwise ein Einzelfall bleibt. Solange das Vermögen vor allem über den Kurs schrumpft und nicht über Rückgaben, sitzen die meisten ETF-Anleger ihre Verluste vorerst aus.



