Fassade eines Londoner Gebäudes mit Velocity-Schriftzug und den Logos von Visa, Circle und Ripple
Annika Vogt17:01 Uhr

Ripple, Visa und Circle stecken 48 Millionen in Velocity

Ein Londoner Zahlungs-Start-up namens Velocity hat frisches Geld eingesammelt, und die Namen der Geldgeber lassen aufhorchen: Visa, Circle und Ripple sitzen gemeinsam mit am Tisch. Mit der Aufstockung wächst die sogenannte Series A, also die erste größere Finanzierungsrunde eines jungen Unternehmens, auf 48 Millionen Dollar. Bewertet wird Velocity dabei mit 200 Millionen Dollar. Interessant ist das vor allem, weil hier drei Schwergewichte aus ganz unterschiedlichen Ecken denselben Wetteinsatz machen.

Wer da eigentlich zusammenkommt

Visa ist der klassische Kartenriese, Circle steht hinter dem Stablecoin USDC, also einem an den Dollar gekoppelten Krypto-Token, und Ripple ist das Unternehmen rund um XRP und grenzüberschreitende Zahlungen. Dass ausgerechnet diese drei gemeinsam in dieselbe Firma investieren, sagt mehr aus als die Summe selbst. Die alte Kartenwelt und die neue Stablecoin-Welt suchen offenbar denselben Baukasten für Zahlungen. Die Runde und die Zahlen hat Velocity in einem eigenen Blogbeitrag bestätigt, dort nennt CEO Eric Queathem auch die Bewertung.

Was Velocity überhaupt baut

Velocity ist ein Infrastruktur-Anbieter. Das heißt: Die Firma baut nicht die App, die du am Ende in der Hand hältst, sondern die Technik darunter, mit der andere Unternehmen Zahlungen abwickeln. Solche Anbieter sind für Endnutzer meist unsichtbar, entscheiden aber, wie schnell und wie günstig Geld von A nach B kommt.

Konkret heißt das für dich: Direkt merkst du von dieser Runde nichts. Kein neues Produkt, keine neue Wallet, kein Coin, den du kaufen könntest. Velocity ist ein privates Unternehmen, keine Kryptowährung. Was du daran ablesen kannst, ist eine Richtung: Große Zahlungshäuser bereiten die Schienen vor, über die Stablecoins und XRP-nahe Dienste später laufen könnten.

Warum das für XRP spannend ist

Ripple positioniert sich seit Jahren als Brücke für internationale Überweisungen und hat mit RLUSD zuletzt selbst einen Stablecoin gestartet. Ein Investment in ein Zahlungs-Start-up passt genau in dieses Muster. Für XRP-Anleger ist das ein Signal, dass Ripple sein Geld nicht nur in den eigenen Ledger steckt, sondern in ein ganzes Umfeld aus Zahlungsfirmen. Ein direkter Kurstreiber ist so eine Beteiligung aber nicht, dafür ist sie zu weit von XRP selbst entfernt.

Offen bleibt der wichtigste Teil: Was Velocity mit dem Geld tatsächlich liefert. Eine Finanzierungsrunde ist eine Wette auf ein Versprechen, kein fertiges Produkt. Ob aus der Allianz von Visa, Circle und Ripple ein Dienst entsteht, der im Alltag ankommt, zeigt sich erst, wenn die ersten Zahlungspartner damit live gehen. Bis dahin bleibt es eine bemerkenswerte Gästeliste ohne fertiges Ergebnis.

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