Physische XRP-Münze mit Ripple-Logo vor einem US-Gerichtsgebäude
Annika Vogt17:41 Uhr

XRP Kurs im Rücken: Ripple nennt XRP klaren Rohstoff

Ripple sieht die Rechtsfrage rund um XRP als erledigt an. Stuart Alderoty, oberster Jurist des Unternehmens, hat noch einmal klargestellt: XRP ist in den USA kein Wertpapier, sondern gilt als digitaler Rohstoff. Für dich als XRP-Halter ist das weniger eine Kursnachricht als eine Grundsatzfrage, denn an dieser Einordnung hängt, wie streng die Aufsicht künftig hinschaut.

Worum es rechtlich geht

Ein Wertpapier ist stark reguliert, ein Rohstoff deutlich weniger. In den USA wacht über Wertpapiere die Börsenaufsicht SEC, über Rohstoffe die Terminmarktaufsicht CFTC. Ob XRP das eine oder das andere ist, entscheidet also, welche Behörde zuständig ist und welche Pflichten auf Ripple und auf Handelsplätze zukommen.

Genau darum lief jahrelang das Verfahren zwischen Ripple und der SEC. Alderoty verweist nun auf ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2023, das XRP im öffentlichen Handel nicht als Wertpapier einstufte, und auf eine gemeinsame Auslegung von SEC und CFTC vom März, die XRP ausdrücklich als digitalen Rohstoff benennt.

Die beiden Behörden haben ihre Sicht öffentlich dokumentiert. Nachlesen lässt sich die Auslegung sowohl bei der SEC als auch in der Mitteilung der CFTC.

Was Alderoty sagt

Der Chefjurist argumentiert, dass Ripple und XRP auf gefestigtem Boden stünden. Aus seiner Sicht ist die Kombination aus Gerichtsentscheidung und Behördenauslegung genug, um die Statusfrage als beantwortet zu betrachten. Er formuliert das offensiv, was zu seiner Rolle passt: Ripple hat viel Zeit und Geld in diesen Streit gesteckt.

@s_alderoty auf X: Stuart Alderoty @s_alderoty · Follow Don’t forget - Ripple and XRP stand on settled ground. The 2023 federal Court ruling established XRP is not a security. And in March the SEC and CFTC issued a joint interpretation naming XRP a digital commodity. SEC Chairman Atkins and a CFTC C
Quelle: @s_alderoty auf X

Gut zu wissen ist, dass eine solche Aussage vom Unternehmen selbst kommt. Sie ist keine neue Entscheidung, sondern eine Einordnung dessen, was bereits vorliegt. Das macht sie nicht falsch, aber du solltest sie als Ripples Lesart einsortieren, nicht als frisches Urteil.

Was sich für dich ändert

Konkret heißt das: Wer XRP hält oder handelt, merkt im Alltag erst einmal wenig. Ein Rohstoff-Status betrifft vor allem, wie US-Handelsplätze XRP anbieten dürfen und wie leicht Produkte wie Fonds durchkommen. Für dich als Anleger im deutschsprachigen Raum spielt die US-Einordnung indirekt eine Rolle, weil viele Börsen und Emittenten sich an der amerikanischen Rechtslage orientieren.

Für die Regeln in Europa ist ohnehin ein anderer Rahmen entscheidend. Hier greift die einheitliche Krypto-Verordnung MiCA, die eigene Kategorien für Krypto-Werte kennt und unabhängig von der US-Debatte gilt. Die amerikanische Frage Wertpapier oder Rohstoff verschwindet dadurch nicht, sie ist für den europäischen Handel aber nicht der Maßstab.

Wo es weiter offen bleibt

Eine Behördenauslegung ist kein Gesetz. Sie zeigt, wie SEC und CFTC den Fall aktuell sehen, kann aber unter einer anderen Führung oder durch neue Verfahren wieder ins Wanken geraten. Solange kein Kongressgesetz die Zuständigkeiten sauber trennt, bleibt der Status eher gefestigt als endgültig zementiert.

Woran du den nächsten Schritt erkennst: an einem Gesetz, das die Rollen von SEC und CFTC klar aufteilt, oder an einem konkreten Produkt, das genau auf diesen Rohstoff-Status baut. Bis dahin ist Alderotys Aussage vor allem ein Signal, dass Ripple die juristische Phase hinter sich lassen und über XRP als fertig eingeordneten Vermögenswert sprechen will.

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