Ripple-Chefjurist Stuart Alderoty vor dem US-Kapitol in Washington
Annika Vogt10:37 Uhr

Ripple-Chefjurist fordert nach CLARITY-Aus eine Krypto-Stimme

Der CLARITY Act ist im US-Senat vorerst gescheitert, und Ripples oberster Jurist zieht daraus eine deutliche Lehre: Die Krypto-Branche redet zu oft mit gespaltener Zunge. Stuart Alderoty, Chief Legal Officer bei Ripple, ruft die Unternehmen jetzt dazu auf, mit einer Stimme aufzutreten. Für dich als XRP-Anlegerin oder XRP-Anleger ist das relevant, weil dieses Gesetz genau die Frage klären soll, die XRP seit Jahren begleitet: Wer reguliert digitale Vermögenswerte in den USA und nach welchen Regeln.

Was der CLARITY Act eigentlich regeln soll

Der CLARITY Act, formal H.R. 3633, soll die Zuständigkeiten zwischen den beiden großen US-Aufsichtsbehörden aufteilen. Es geht um die Frage, wann ein Token als Wertpapier gilt und damit unter die Börsenaufsicht SEC fällt, und wann als Rohstoff, der zur Terminmarktaufsicht CFTC gehört. Genau an dieser Einordnung entzündete sich jahrelang der Streit zwischen Ripple und der SEC.

Am 15. September blieb ein prozeduraler Abstimmungsschritt zum Gesetzentwurf im Senat stecken. Das Vorhaben ist damit nicht endgültig tot, aber der Weg zieht sich weiter hin. Ripple hat das in einem eigenen Beitrag als vorläufiges Ende dieses Anlaufs beschrieben.

Warum Alderoty auf Einigkeit pocht

Alderoty sieht das Problem weniger in Washington als in der Branche selbst. Aus seiner Sicht hat die uneinheitliche Botschaft der Unternehmen und die verstreute politische Unterstützung dem Gesetz geschadet. Wenn jeder Anbieter seine eigene Version von guten Regeln verkauft, entsteht in der Politik kein klares Bild, an dem sich Abgeordnete festhalten können.

@s_alderoty auf X: Stuart Alderoty @s_alderoty · Follow Politics beat policy this week. That's the lesson, not the outrage. Crypto - and the 67 million Americans who own and use it - aren't going anywhere. Neither is the opposition - or the allies who found it politically expedient to walk away from
Quelle: @s_alderoty auf X

Seine Forderung ist deshalb einfach: Die Branche soll sich auf gemeinsame Kernpunkte einigen und diese geschlossen vertreten, statt in Einzelinteressen zu zerfallen. Ripple hat dabei ein handfestes Eigeninteresse, denn ein Gesetz, das XRP eindeutig als Rohstoff einordnet, würde dem Unternehmen viel Rechtsunsicherheit nehmen.

Was das für dich als XRP-Anleger ändert

Kurzfristig ändert sich nichts an deinen Coins. Der Kurs kann auf solche Nachrichten reagieren, aber am Bestand in deiner Wallet oder auf deiner Börse ändert ein gescheiterter Abstimmungsschritt nichts. Was hier verhandelt wird, ist der rechtliche Rahmen, und der wirkt langsam.

Konkret heißt das: Ein klares US-Gesetz würde vor allem Unternehmen, Börsen und Fondsanbietern Sicherheit geben, welche Produkte sie rund um XRP anbieten dürfen. Für dich als Privatperson schlägt sich das erst mittelbar nieder, etwa wenn mehr regulierte Produkte entstehen oder große Anbieter mutiger werden. Bis dahin bleibt die Lage die alte: viel Bewegung in Washington, aber noch kein verabschiedetes Gesetz.

Woran du den nächsten Schritt erkennst

Ob Alderotys Appell verfängt, zeigt sich daran, ob die großen Branchenverbände und Unternehmen tatsächlich mit einer abgestimmten Position in die nächste Runde gehen. Der entscheidende Prüfstein ist der nächste Anlauf für ein Marktstruktur-Gesetz im Senat. Ripple hat seine Sicht bereits im hauseigenen Beitrag zum vorläufigen Aus des Gesetzes dargelegt. Ein festes Datum für einen neuen Anlauf gibt es bisher nicht.

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