Grayscale Research hat nachgerechnet, welches der beiden Netzwerke sich für einen einzelnen Miner mehr lohnt, und kommt zu einem klaren Ergebnis: Zcash wirft pro Maschine und pro verbrauchter Kilowattstunde derzeit mehr ab als Bitcoin. Bitcoin bleibt der Gigant, was die Gesamtgröße angeht. Beim Ertrag je eingesetztem Gerät hat sich das Bild aber gedreht.
Was Grayscale unterscheidet
Die Analyse stammt von Zach Pandl, dem Forschungschef von Grayscale. Er trennt zwei Fragen, die im Alltag oft vermischt werden. Die eine ist, welches Netzwerk insgesamt die meiste Rechenleistung, den größten Marktwert und die breiteste Infrastruktur hat. Da führt Bitcoin klar. Die andere Frage ist, was am Ende bei einem einzelnen Betreiber hängen bleibt, gemessen an der Maschine, die er anschafft, und am Strom, den sie zieht. Auf dieser zweiten Ebene liegt laut der Auswertung Zcash vorn.
Der Mechanismus hinter der Rendite pro Maschine
Der Zusammenhang ist einfacher, als er klingt. Was ein Miner verdient, hängt an drei Größen: am Preis der geschürften Münze, an der Belohnung pro Block und daran, wie viele andere Maschinen um dieselbe Belohnung konkurrieren. Diese Konkurrenz misst die Difficulty. Ist sie niedrig, verteilt sich die Belohnung auf weniger Rechenleistung, und der Anteil pro Maschine steigt.
Bei Bitcoin ist die Konkurrenz enorm. Nach dem letzten Halving fiel die Belohnung pro Block, während spezialisierte Industrieanlagen die Difficulty weiter nach oben treiben. Für einen einzelnen Betreiber wird die Scheibe damit kleiner. Zcash nutzt denselben Grundmechanismus, hat aber ein viel kleineres Netzwerk und weniger Rechenleistung im Wettbewerb. Zieht dann der Preis der Münze an, schlägt das direkter auf den Ertrag pro Gerät durch.
Skala gegen Ertrag pro Einheit
Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn man Größe und Effizienz auseinanderhält. Bitcoin gewinnt bei der Skala, weil das Netzwerk insgesamt weit mehr Wert absichert und weit mehr Kapital bindet. Zcash gewinnt beim Ertrag pro Einheit, weil bei kleinerer Konkurrenz mehr von der Belohnung bei der einzelnen Maschine ankommt. Beides kann gleichzeitig stimmen, es misst nur nicht dasselbe.
Wichtig ist die Momentaufnahme. Solche Vorteile beim Mining sind nicht in Stein gemeißelt. Steigt die Rentabilität einer Münze, wandert typischerweise Rechenleistung dorthin. Mehr Maschinen heben die Difficulty, und der Vorsprung pro Gerät schmilzt wieder. Genau dieser Rückkopplungseffekt ist der Grund, warum ein Renditevorsprung bei einem kleineren Netzwerk selten lange unverändert bleibt.
Woran sich ablesen lässt, ob es hält
Ob der Vorsprung von Zcash Bestand hat, zeigt sich weniger an der aktuellen Rechnung als an der Entwicklung der Difficulty in den kommenden Wochen. Zieht die Rechenleistung im Zcash-Netzwerk spürbar an, wandert also Kapazität in die profitablere Münze, verengt sich der Abstand von selbst. Bleibt sie flach, während die Erträge hoch sind, spricht das dafür, dass viele Betreiber der Aufgabe fernbleiben, sei es aus technischen Gründen oder aus Vorsicht gegenüber einer Privacy-Münze wie Zcash. Für Anleger aus dem deutschsprachigen Raum bleibt dabei relevant, dass anonymitätsorientierte Coins bei Handelsplätzen und Aufsicht regelmäßig unter besonderer Beobachtung stehen.



