Junger Mann zeigt auf der Straße ein Smartphone mit Dogecoin-Logo und Entwickleroberfläche
Annika Vogt14:30 Uhr

Dogecoin bekommt Smart Contracts: DogeOS startet öffentliches Testnetz

Dogecoin hat bisher vor allem eine Aufgabe: Man kann DOGE verschicken und empfangen. Mit DogeOS soll sich das ändern. Das Projekt hat sein öffentliches Testnetz geöffnet, auf dem Entwickler jetzt Smart Contracts, Finanzdienste und andere Anwendungen rund um DOGE bauen können. Für dich ist das spannend, weil damit zum ersten Mal ernsthaft die Frage im Raum steht, was man mit Dogecoin außer Halten und Überweisen eigentlich anfangen kann.

Was DogeOS eigentlich ist

Smart Contracts sind kleine Programme auf einer Blockchain, die automatisch ausführen, was vorher festgelegt wurde. Ethereum ist damit groß geworden. Dogecoin selbst kann das nicht, die Kette ist technisch eng mit Bitcoin verwandt und bewusst einfach gehalten.

DogeOS setzt deshalb nicht an Dogecoin selbst an, sondern baut eine eigene Ebene darüber. Das Team beschreibt sie als App-Schicht für Dogecoin. Nach Angaben der Entwickler ist sie mit der Ethereum Virtual Machine kompatibel, also mit der Laufzeitumgebung, in der Ethereum-Programme laufen. Bezahlt werden die Gebühren dort in DOGE. Hinter DogeOS stehen die Gründer von MyDoge, einer verbreiteten Dogecoin-Wallet.

Was der Start des Testnetzes bedeutet

Laut der offiziellen Ankündigung von DogeOS ist das Testnetz seit dem 30. September für Entwickler offen. Ein Testnetz ist eine Probeumgebung: Alles funktioniert wie im echten Netz, aber die Coins darin haben keinen Wert.

Die EVM-Kompatibilität ist dabei der eigentliche Hebel. Wer schon Anwendungen für Ethereum geschrieben hat, muss nicht bei null anfangen, sondern kann vorhandene Werkzeuge und viel bestehenden Code weiterverwenden. Das senkt die Hürde, ausgerechnet auf Dogecoin etwas Neues zu starten.

Was sich für DOGE-Besitzer ändert

Konkret heißt das: Wer DOGE auf einer Börse oder in seiner Wallet hält, merkt im Moment nichts. Es gibt kein Update, das du installieren musst, und deine Coins bleiben auf der Dogecoin-Kette, wo sie sind. Das Testnetz richtet sich an Entwickler, nicht an Anleger.

Spürbar wird es erst, wenn das Hauptnetz läuft und dort tatsächlich Anwendungen entstehen, etwa für Kredite, Tausch oder Spiele, die DOGE nutzen. Dann wird sich auch zeigen, wie die Coins zwischen Dogecoin und der neuen Ebene hin und her kommen, und wie sicher diese Verbindung ist.

Kein eigener Token, Vorsicht vor Fälschungen

Ein Punkt ist gut zu wissen: DogeOS hat nach eigenen Angaben keinen eigenen Token. Das Team weist auf seinem X-Profil ausdrücklich darauf hin. Projekte in dieser Phase ziehen erfahrungsgemäß Betrüger an, die angebliche Vorverkäufe oder Airdrops bewerben. Wird dir ein DogeOS-Token angeboten, ist das nach Darstellung des Projekts nicht echt.

Ein bekannter Versuch, ein neuer Anlauf

Neu ist die Idee nicht. Schon frühere Projekte wollten Smart Contracts in das Dogecoin-Umfeld bringen, durchgesetzt hat sich bisher keines davon. Der Unterschied diesmal liegt vor allem beim Absender: Ein Team, das bereits eine viel genutzte Wallet betreibt, hat einen direkten Draht zu den Nutzern.

Ein Termin für das Hauptnetz steht in der Ankündigung nicht. Woran sich der Erfolg ablesen lässt, ist trotzdem klar: an der Zahl der Anwendungen, die im Testnetz tatsächlich entstehen, und daran, ob bekannte Entwicklerteams aus dem Ethereum-Umfeld mitziehen. Ein offenes Testnetz ist der Startschuss, noch kein fertiges Ökosystem.

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