Anzeigetafel mit der auf 5 Prozent gestiegenen Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen neben einem Bitcoin-Symbol
Tobias Reinhardt06:55 Uhr

Bitcoin Kurs unter Druck: US-Rendite springt über 5 Prozent

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist zurück an die Marke von 5 Prozent geklettert. Das ist keine Randnotiz aus dem Anleihehandel, sondern der Zins, an dem sich fast alle anderen Anlagen messen lassen müssen. Steigt er, geraten teuer bewertete Aktien und der Bitcoin Kurs zugleich unter Druck.

Warum die zehnjährige Rendite alles andere bewegt

Der Zusammenhang ist mechanischer, als er wirkt. Die zehnjährige US-Rendite gilt als der risikofreie Zins schlechthin. Wer sein Geld dort parkt, bekommt für zehn Jahre eine sichere Verzinsung vom amerikanischen Staat. Steigt diese Verzinsung auf 5 Prozent, wird sicheres Parken attraktiver, und alles Riskantere muss mehr bieten, um überhaupt in Frage zu kommen. Für Aktien und Bitcoin heißt das: Die Messlatte liegt höher.

Was hoch bewertete Aktien zuerst spüren

Am empfindlichsten reagieren die Werte, deren Kurs auf weit in der Zukunft liegenden Gewinnen beruht. Große Technologiekonzerne fallen genau in diese Kategorie. Je höher der Zins, mit dem künftige Gewinne abgezinst werden, desto weniger ist ein Dollar Gewinn in zehn Jahren heute wert. Deshalb testet ein Sprung der Rendite auf 5 Prozent zuerst die teuersten Bewertungen, und über den Umweg der Technologiewerte gerät auch die breite Stimmung an den Märkten ins Wanken, wie eine Analyse der Lage festhält.

Bitcoin steht in dieser Reihe weit hinten

Bitcoin wirft keine Zinsen und keine Dividende ab. In einer Welt, in der der sichere Staatszins wieder 5 Prozent bringt, wächst der Reiz, einfach die Anleihe zu halten. Genau das entzieht spekulativeren Anlagen einen Teil des Kapitals. Die jüngste Erholung des Bitcoin Kurses fiel in eine Phase lockerer Finanzbedingungen. Steigen die Renditen zurück, dreht sich dieser Rückenwind, und die Rally muss aus eigener Kraft bestehen.

Ähnliche Muster gab es schon

Eine zehnjährige Rendite nahe 5 Prozent ist kein Neuland. Bereits in früheren Phasen straffer Finanzbedingungen litten Wachstumswerte und Krypto gemeinsam, sobald der lange Zins nach oben lief. Das Muster wiederholt sich nicht mechanisch, aber die Richtung ist bekannt: Höhere Renditen ziehen Liquidität aus dem System, und was ohne laufende Erträge auskommt, spürt den Entzug zuerst.

Ob dieser Zinsanstieg mehr ist als eine kurze Bewegung, lässt sich an einer einzelnen Handelswoche nicht ablesen. Entscheidend ist, ob die Rendite über 5 Prozent verharrt oder rasch wieder zurückfällt. Bleibt sie oben, dürfte der Druck auf Bitcoin und Technologiewerte anhalten. Der Prüfstein sind dabei weniger die Tagesschwankungen des Kurses als die Frage, ob Kapital aus riskanten Anlagen tatsächlich in Anleihen umschichtet.

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