Arthur Hayes vor einem Bildschirm mit steigender Bitcoin-Kurve über 80.000 Dollar
Tobias Reinhardt06:53 Uhr

Bitcoin Kurs über 80.000 Dollar: Hayes nennt CLARITY Act Unsinn

Bitcoin hat die Marke von 80.000 Dollar zurückerobert, ausgerechnet in einer Woche mit zwei Rückschlägen für die Branche. Der US-Senat brachte das Krypto-Marktstrukturgesetz nicht durch die entscheidende Abstimmung, und die Federal Reserve hob den Leitzins an. Arthur Hayes, Mitgründer von BitMEX, nutzte den Anstieg, um das gestoppte Gesetz als bedeutungslos abzutun.

Zwei Dämpfer, eine Gegenbewegung

Am selben Handelstag trafen zwei Nachrichten zusammen, die man eigentlich als Belastung liest. Der Senat lehnte die Beendigung der Debatte über das Vorhaben H.R. 3633 ab, womit das Gesetz vorerst blockiert ist. Die Abstimmung ist im offiziellen Protokoll des Senats dokumentiert. Kurz darauf erhöhte die Notenbank ihren Zielkorridor um 25 Basispunkte, wie aus dem Beschluss der Fed hervorgeht.

Trotzdem drehte der Kurs nach oben. Bitcoin stand nach zwei schwächeren Tagen wieder über 80.000 Dollar. Ob das ein Trendbruch ist oder nur eine Gegenbewegung im Handel, lässt sich an einem einzigen Tag nicht ablesen.

Der Bitcoin-Kurs am 19. September 2026.
Der Bitcoin-Kurs am 19. September 2026. Quelle: Bitcoin.com Markets, via Bitcoin.com

Wie Hayes den Zinsschritt umdeutet

Hayes drehte die gängige Lesart um. In einem Beitrag auf X vom 18. September bezeichnete er das CLARITY-Gesetz als Unsinn und argumentierte, höhere Zinsen spülten vermögenden Anlegern mehr Geld in die Kasse, das dann in Finanzanlagen fließe. Für die Branche zähle nicht die Regulierung, sondern der Liquiditätsstrom.

@CryptoHayes auf X: Arthur Hayes @CryptoHayes · Follow See we didn’t need some nonsense piece of crypto regulation, Clarity Act, just a rate hike that puts more dollars in the hands of rich people to consume more financial assets. 10:07 PM · Sep 18, 2026 861 Reply Copy link to post Read 92 replies
Quelle: @CryptoHayes auf X

Die Kette dahinter ist einfacher, als sie klingt. Wer bereits Vermögen hält, verdient an höheren Zinsen zusätzlich: Zinseinkünfte auf Anleihen, Geldmarktfonds und Guthaben steigen. Ein Teil dieser Erträge wird nicht ausgegeben, sondern wieder angelegt. Landet auch nur ein kleiner Anteil davon in knappen Anlagen wie Bitcoin, wirkt das preistreibend. Das ist die These, kein Naturgesetz, und sie steht gegen die verbreitete Sicht, dass höhere Zinsen risikoreiche Anlagen grundsätzlich schwächen.

Warum das Gesetz überhaupt zählt

Das Marktstrukturgesetz soll klären, welche Behörde für welche digitalen Vermögenswerte zuständig ist, und die Grenze zwischen Wertpapier und Ware ziehen. Für institutionelle Anleger ist genau diese Rechtssicherheit oft die Bedingung, überhaupt größere Summen zu bewegen. Dass Hayes den Punkt kleinredet, passt zu seiner Rolle: Er handelt kurzfristig und argumentiert von der Liquiditätsseite her, nicht von der Compliance-Seite.

Ob Hayes’ Einordnung trägt, zeigt sich weniger am einzelnen Kurssprung als daran, ob frisches Kapital nachhaltig zufließt. Bleiben die Käufe aus, während die Zinserwartung hoch bleibt, war der Anstieg über 80.000 Dollar vor allem eine Reaktion im Handel und keine Umschichtung großer Vermögen.

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