Die besten Krypto-Kreditkarten im Vergleich
Mit Bitcoin im Supermarkt bezahlen klingt einfacher, als es abgerechnet wird. Wir haben fünf Karten getestet und dabei besonders auf die Kosten geachtet, die nicht auf der Produktseite stehen.
Die kurze Antwort
Für die meisten ist die Bybit Card die beste Wahl: Cashback ab zwei Prozent, keine Jahresgebühr und keine Pflicht, vorher Token zu kaufen und zu sperren. Wer bereits bei Coinbase handelt und kein Cashback braucht, nimmt die Coinbase Card mit der niedrigsten Umwandlungsgebühr. Die Nexo Card ist die einzige echte Kreditkarte im Feld, mit den entsprechenden Risiken.
Inhalt
Kreditkarte oder Debitkarte?
Fast alles, was als Krypto-Kreditkarte verkauft wird, ist technisch eine Debitkarte. Der Unterschied ist keine Wortklauberei, sondern entscheidet darüber, was bei jeder Zahlung mit deinen Coins passiert.
| Debitkarte (die Regel) | Kreditkarte (die Ausnahme) | |
|---|---|---|
| Woher kommt das Geld? | Aus deinem Guthaben | Aus einem Kredit gegen deine Coins |
| Werden Coins verkauft? | Ja, bei jeder Zahlung | Nein, sie bleiben als Sicherheit liegen |
| Steuerlich | Jede Zahlung ist ein Veräußerungsgeschäft | Kreditaufnahme ist kein Verkauf |
| Hauptrisiko | Du gibst Coins aus, die später mehr wert sein könnten | Kursverfall der Sicherheit führt zur Nachschusspflicht |
| Beispiel im Test | Bybit, Crypto.com, Coinbase, Bitrefill | Nexo (im Kreditmodus) |
Für den Alltag ist die Debitvariante die unkompliziertere: kein Zins, keine Nachschusspflicht, keine Liquidationsgefahr. Wer allerdings größere Bestände hält und ungern verkauft, sollte sich den Kreditmodus zumindest ansehen, allein wegen der steuerlichen Behandlung.
Die fünf Karten im Überblick
| Karte | Netzwerk | Cashback | Umwandlung | Aufladen |
|---|---|---|---|---|
| 1. Bybit Card | Mastercard | 2 – 10 % | 1,1 % beim Umwandeln | Krypto und Euro |
| 2. Crypto.com Visa Card | Visa | 0 – 5 %, gestaffelt | 0 % Umwandlungsgebühr | Euro-Wallet, Krypto manuell umwandeln |
| 3. Nexo Card | Mastercard | je nach Modus | 1,3 % | Krypto als Sicherheit oder Euro |
| 4. Coinbase Card | Visa | keines | 0,6 % beim Umwandeln | Krypto und Euro |
| 5. Bitrefill Card | Visa | keines | 1,99 % | nur Krypto |
Verfügbarkeit und Konditionen von Krypto-Karten ändern sich in Europa häufiger als bei Bankprodukten, auch kurzfristig. Prüfe vor der Bestellung auf der Anbieterseite, ob die Karte in Deutschland ausgegeben wird.
Die Karten im Einzelnen
Bybit Card
Das beste Cashback ohne Jahresgebühr
Die Bybit Card ist im Test die Karte mit dem besten Verhältnis aus Ertrag und Aufwand: Cashback ab zwei Prozent, keine Jahresgebühr und keine Pflicht, vorher Token zu kaufen und einzufrieren. Wer die höheren Cashback-Stufen will, muss allerdings Handelsvolumen auf der Börse vorweisen. Bis 100 Euro im Monat sind Bargeldabhebungen kostenfrei.
- Cashback
- 2 – 10 %
- Jahresgebühr
- keine
- Netzwerk
- Mastercard
- Guthaben
- 7 Kryptowährungen
- Aufladen
- Krypto und Euro
- Umwandlung
- 1,1 % beim Umwandeln
Spricht dafür
- Cashback ab 2 % ohne Vorleistung
- Keine Jahresgebühr
- Bis 100 € Bargeldabhebung pro Monat gratis
- Aufladen in Euro oder Krypto möglich
Spricht dagegen
- Nur sieben Kryptowährungen als Guthaben
- Höchste Cashback-Stufen an Handelsvolumen gebunden
- 1,1 % Umwandlungsgebühr bei jeder Zahlung aus Krypto
Crypto.com Visa Card
Die höchsten Stufen, aber auch der höchste Einsatz
Bei Crypto.com hängt praktisch alles an der Kartenstufe, und die Stufe hängt daran, wie viele CRO-Token du für sechs Monate sperrst. Wer bereit ist, vierstellig zu binden, bekommt die attraktivsten Konditionen im Vergleich. Wer das nicht will, landet auf der Einstiegskarte mit null Prozent Cashback. Dann ist die Karte nur noch eine bequeme Ausgabemöglichkeit.
- Cashback
- 0 – 5 %, gestaffelt
- Jahresgebühr
- je nach Stufe
- Netzwerk
- Visa
- Guthaben
- 100+ Kryptowährungen
- Aufladen
- Euro-Wallet, Krypto manuell umwandeln
- Umwandlung
- 0 % Umwandlungsgebühr
Spricht dafür
- Keine Gebühr beim Bezahlen aus dem Euro-Guthaben
- Sehr hohe Cashback-Sätze in oberen Stufen
- Über 100 Kryptowährungen im selben Konto
- Zusatzleistungen wie Erstattungen für Abo-Dienste
Spricht dagegen
- Attraktive Stufen erfordern gesperrte CRO-Token
- Token-Kursrisiko während der Sperrfrist
- Einstiegskarte ohne Cashback
- Konditionen wurden in der Vergangenheit mehrfach gekürzt
Nexo Card
Die einzige echte Kreditkarte im Vergleich
Die Nexo Card ist die einzige Karte im Test, die den Namen Kreditkarte verdient: Im Kreditmodus zahlst du nicht aus deinem Guthaben, sondern nimmst einen Kredit auf, für den deine Coins als Sicherheit dienen. Der Vorteil ist erheblich: Du gibst Geld aus, ohne zu verkaufen, und löst damit in Deutschland kein steuerpflichtiges Veräußerungsgeschäft aus. Der Preis ist ebenso erheblich: Fällt der Kurs deiner Sicherheiten, droht die Nachschusspflicht bis hin zur Zwangsverwertung.
- Cashback
- je nach Modus
- Jahresgebühr
- keine
- Netzwerk
- Mastercard
- Guthaben
- 100+ Kryptowährungen
- Aufladen
- Krypto als Sicherheit oder Euro
- Umwandlung
- 1,3 %
Spricht dafür
- Bezahlen ohne Verkauf der Coins
- Umschaltbar zwischen Kredit- und Guthabenmodus
- Bis 2.000 € Bargeldabhebung pro Monat gebührenfrei
- Keine Jahresgebühr
Spricht dagegen
- Kreditmodus bedeutet Liquidationsrisiko bei fallenden Kursen
- Mindestguthaben auf dem Konto erforderlich
- Zinsen im Kreditmodus
- Für Einsteiger deutlich zu komplex
Coinbase Card
Die einfachste Karte, aber ohne Belohnung
Die Coinbase Card ist die unaufgeregteste Lösung im Feld: Sie hängt direkt am Coinbase-Konto, verlangt keine Jahresgebühr und keine gesperrten Token, und die Umwandlungsgebühr ist die niedrigste unter den Karten, die überhaupt eine erheben. Dafür gibt es kein Cashback. Wer die Karte nur gelegentlich nutzt, fährt damit trotzdem am günstigsten.
- Cashback
- keines
- Jahresgebühr
- keine
- Netzwerk
- Visa
- Guthaben
- 100+ Kryptowährungen
- Aufladen
- Krypto und Euro
- Umwandlung
- 0,6 % beim Umwandeln
Spricht dafür
- Niedrigste Umwandlungsgebühr mit 0,6 %
- Keine Jahresgebühr, keine Sperrfristen
- Direkte Anbindung an das Coinbase-Konto
- Über 100 Kryptowährungen als Guthaben
Spricht dagegen
- Kein Cashback-Programm
- Handelsgebühren bei Coinbase höher als bei EU-Börsen
- Keine Bargeldabhebung ohne Zusatzkosten
Bitrefill Card
Für alle, die konsequent in Bitcoin denken
Bitrefill richtet sich an Menschen, die ihr Geld ohnehin in Bitcoin halten und es auch so ausgeben wollen. Ein Bankkonto ist zum Aufladen nicht nötig. Der Preis dafür ist die höchste Umwandlungsgebühr im Vergleich und ein Bargeldzugang, der mit 2,49 Prozent teuer bleibt. Als Ergänzung für gezielte Zahlungen sinnvoll, als Alltagskarte zu teuer.
- Cashback
- keines
- Jahresgebühr
- keine
- Netzwerk
- Visa
- Guthaben
- 8 Kryptowährungen
- Aufladen
- nur Krypto
- Umwandlung
- 1,99 %
Spricht dafür
- Aufladen ausschließlich mit Krypto, kein Bankkonto nötig
- Keine Jahresgebühr
- Auch mit Lightning-Zahlungen aufladbar
Spricht dagegen
- 1,99 % Umwandlungsgebühr, die höchste im Test
- 2,49 % bei Bargeldabhebungen
- Nur acht Kryptowährungen
- Kein Cashback
Kosten, die gerne übersehen werden
Das beworbene Cashback steht groß auf der Produktseite. Die Posten, die es auffressen, stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis. Diese vier solltest du nachschlagen, bevor du dich entscheidest:
- Umwandlungsgebühr. Zwischen 0 und knapp 2 Prozent bei jeder Zahlung aus Krypto-Guthaben. Bei zwei Prozent Cashback und 1,99 Prozent Umwandlung bleibt exakt nichts übrig.
- Fremdwährungsaufschlag. Sobald du außerhalb der Eurozone oder in einem Shop mit Fremdwährung zahlst, kommt ein Aufschlag dazu, bei Krypto-Karten oft höher als bei einer normalen Bankkarte.
- Bargeldabhebungen. Fast alle Anbieter gewähren ein monatliches Freikontingent. Darüber wird es schnell teuer, bei einer Karte im Test bis zu 2,49 Prozent.
- Gesperrte Token. Die höchsten Cashback-Stufen setzen voraus, dass du Token des Anbieters kaufst und über Monate sperrst. Fällt deren Kurs in dieser Zeit, hast du das Cashback mehrfach bezahlt. Rechne diesen Einsatz immer gegen die erwartete Belohnung.
Steuerfalle: jede Zahlung ist ein Verkauf
Das ist der Punkt, der in den meisten Vergleichen fehlt und in Deutschland die größten Folgen hat. Bezahlst du mit einer Krypto-Debitkarte, werden im Hintergrund Coins verkauft und in Euro getauscht. Steuerlich ist das ein privates Veräußerungsgeschäft, genau wie ein Verkauf an der Börse.
Konkret heißt das: Hast du die Coins weniger als ein Jahr gehalten, ist die Differenz zwischen Kaufkurs und Kurs zum Zahlungszeitpunkt steuerpflichtig, sobald du über der Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte liegst. Und zwar für jeden einzelnen Kaffee, jeden Einkauf, jede Tankfüllung.
Zwei praktische Konsequenzen aus dem Test:
- Lade die Karte lieber gezielt mit Euro auf, statt bei jeder Zahlung automatisch Coins umwandeln zu lassen. Aus vielen kleinen steuerlichen Vorgängen wird so ein einziger.
- Wenn du aus Krypto zahlst, nimm Bestände, die älter als ein Jahr sind. Die sind nach der Haltefrist steuerfrei.
Mehr dazu in unserem Artikel zu Krypto und Steuern. Bei größeren Beträgen ersetzt kein Artikel den Gang zum Steuerberater.
Karte beantragen in drei Schritten
Konto beim Anbieter eröffnen
Die Karte hängt immer an einem Konto bei der Börse oder Plattform. Ohne dieses Konto gibt es keine Karte.
Identität bestätigen
Ausweis und Selfie, wie bei jeder Börse. Für die Kartenausgabe wird zusätzlich eine Wohnadresse in einem unterstützten Land verlangt.
Karte bestellen und aufladen
Virtuelle Karten sind meist sofort nutzbar und lassen sich direkt in Apple Pay oder Google Pay hinterlegen. Die physische Karte kommt per Post.
Häufige Fragen
Gibt es eine echte Krypto-Kreditkarte in Deutschland?
Lohnt sich Cashback bei Krypto-Karten?
Muss ich Zahlungen mit der Karte in der Steuererklärung angeben?
Kann ich mit der Karte Geld am Automaten abheben?
Was passiert bei einem Kursverfall im Kreditmodus?
Brauche ich für die Karte ein Bankkonto?
Fazit
Krypto-Karten sind bequem, aber selten günstig. Wer sie als Alltagskarte einsetzt, zahlt über Umwandlungs- und Fremdwährungsgebühren häufig mehr, als das Cashback zurückbringt, und produziert nebenbei einen steuerlichen Vorgang nach dem anderen.
Sinnvoll wird eine Krypto-Karte in zwei Fällen: als bequemer Weg, gezielt Gewinne auszugeben, die ohnehin länger als ein Jahr gehalten wurden. Oder im Kreditmodus, wenn man Liquidität braucht, ohne die eigene Position aufzulösen. Für alles andere bleibt die gewöhnliche Bankkarte die günstigere Lösung.