Dubioses ICO unangekündigt offline

Auch wenn Initial-Coin-Offerings (kurz ICOs) eine einzigartige Chance zur Finanzierung verschiedener Projekte liefern, sollten Anleger diese vor einer Investition genau überprüfen. Denn oft stecken hinter dubiosen ICOs Betrüger. Dies beweist jetzt ein neuer Fall, in dem die Finanzierungmethode für ein Projekt genutzt werden sollte, welches die Blockchain für den Verkauf von Obst und Gemüse untersuchen sollte.

Prodeums Webseite ohne Erklärung offline

Die Webseite des Projektes Prodeum ist seit Sonntag unangekündigt offline. Allein eine anzügliche Nachricht ist noch auf dem Bildschirm zu sehen. Bei ähnlichen Fällen wurde zunächst behauptet, dass das System gehackt wurde oder überprüft werden müsse. Bis jetzt hat sich das Unternehmen jedoch nicht zu diesem Vorfall geäußert. Außerdem wurden alle Social-Media-Accounts des angeblichen Projektes gelöscht. Viele der Anleger beschweren sich nun über das unbegründete Verhalten des Unternehmens und fürchten, dass sie um ihr Geld betrogen worden sind.

Nach eignen Angaben von Prodeum wollte das Unternehmen mit Sitz in Litauen „die Obst- und Gemüseindustrie mithilfe der Ethereum-Blockchain revolutionieren“. Außerdem sei das Unternehmen bereits mit der International Federation for Produce Standards (kurz IFPS) in Verhandlungen gewesen. Der Verkauf der Token startete am 20. Januar. Geplant waren auch erste Versuche in Litauen und den Vereinigten Staaten. „Wir sind stolz und freuen uns darauf, diese neue bemerkenswerte Technologie in die Welt zu tragen“, erklärte Produktmanager Rokas Vedluga.

Gekaufte Fans

Die Geschäftsführung eines Unternehmens ist nach einem ICO nicht dazu verpflichtet, alle Versprechungen umzusetzen. Auch wenn nur wenige Fälle bekannt sind, in denen ein Unternehmen schon nach wenigen Tagen aussteigt, scheint es so als hätten die Hintermänner von Prodeum von Beginn an mit Tricks gearbeitet. Auf Social-Media-Plattformen waren Fotos von angeblichen Fans des Projektes zu sehen. Später stellte sich heraus, dass es sich bei den Personen auf den Fotos um Freiberufler der Plattform Fiverr handelte.

Der Marktplatz Fiverr konnte bereits in der Vergangenheit mit dubiosen ICOs in Verbindung gebracht werden. Whitepapers können auf der Plattform für 80 Dollar erworben werden und die Grundlage eines neuen Projektes bilden.

Englische Originalversion

Image via Unsplash

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