Ungewissheit nach ICO-Verbot in China

„Das war ein langer Tag“, erklärte James Gong nachdem gestern erteilten ICO-Verbot in China.

Gong ist der Gründer von ICOage und beschrieb so den gestrigen Tag, an dem sieben verschiedene Regulierungsbehörden Maßnahmen ergriffen hatten, um Initial-Coin-Offerings (kurz ICOs) einen Riegel vorzuschieben. Bei einem ICO handelt es sich um einen Token-Verkauf, durch den meist junge Unternehmen zukünftige Projekte finanzieren wollen. ICOage bietet eine Plattform zum Handel dieser Tokens.

In China wurde nun jedoch genau dieser Handel verboten und alle Vertreiber der Tokens wurden dazu aufgefordert, Kunden Geld für den Kauf zurückzuerstatten.

So wird ICOage zunächst den Kunden, die erst vor wenigen Stunden Tokens gekauft haben und deshalb noch keine erhalten haben, ihren gezahlten Betrag zurücküberweisen. Die Erstattung wird dabei entweder in Bitcoin oder Ether geleistet.

Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, als würden auch andere Webseiten ähnliche Maßnahmen treffen.

So heißt es zum Beispiel auf ICOINFO, dass Kunden, die an den vier bisherigen Token-Verkäufen teilgenommen haben, eine Rückerstattung erhalten werden.

Es wird geschätzt, dass Webseiten wie ICOININFO und ICOage durch den Handel mit den Token pro ICO zwischen 3000 und 5000 BTC erhalten.

Gemischte Reaktionen

Auch wenn der Kryptowährungsmarkt durch die Neuigkeiten aus China heftige Einbußen zu verzeichnen hat, ist die Situation trotz ICO-Verbot nicht aussichtslos.

Chen Weixing, ICO-Anleger und Gründer des Startups Kuaidi Dache, wies darauf hin, dass die Blockchain einen globalen Charakter hat und sich deshalb nicht von der Entscheidung eines Landes unterkriegen lässt. „Die Regierung hat uns schon öfters als rechtswidrig erklärt“, sagte Weixing über sein eigenes Unternehmen.

Weixing erklärte ebenfalls, dass Versuche von Regierungen Innovationen zu stoppen, meist aussichtslos sind.

Die chinesische Regierung hatte in der Vergangenheit bereits versucht, den Handel von Bitcoin zu unterbinden, war jedoch trotz verschiedener Maßnahmen daran gescheitert. Ob es sich bei ICOs ebenfalls so verhalten wird, bleibt also abzuwarten. Da ICOs jedoch meist (im Gegensatz zu Bitcoin) zentralisiert sind, könnte ein Verbot einfacher durchzusetzen sein.

Die meisten ICO-Plattformen warten nun auf weitere Anweisungen der chinesischen Regierung und hoffen, dass sie ihre Unternehmen trotzdem irgendwie weiterführen können.

So erklärte Gong:

„Wir warten auf weitere Anweisungen der Aufsichtsbehörden. Wenn sie alle ICO-Plattformen schließen lassen wollen, haben wir keine Wahl.“

Englische Originalversion

Image via Unsplash

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