Bundesbank veröffentlicht Monatsbericht über DLT

Die Deutsche Bundesbank hat vor wenigen Tagen ihren aktuellen Monatsbericht veröffentlicht. Dieser untersucht unter anderem die Einsatzmöglichkeiten für die Distributed-Ledger-Technologie (kurz DLT).

Die Verfasser des Berichts stellten klar, dass die Technologie „einige Vorteile durch die gemeinsame Datenhaltung, die Abstimmungsprozesse bei komplexen arbeitsteiligen Wertschöpfungsketten vermeiden kann“, bietet.

Dennoch halten die Verfasser des Berichtes den Einsatz der DLT im Individual- und Massenzahlungsverkehr für unwahrscheinlich. In einer Zusammenfassung des Berichts heißt es auf der Webseite der Bundesbank:

„Einen breiten Einsatz der DLT im Individual- und Massenzahlungsverkehr halten die Bundesbank-Fachleute demnach beim gegenwärtigen Stand der Technik für eher unwahrscheinlich. Insbesondere beim Zahlungsverkehr innerhalb des Euroraums seien Systeme im Einsatz, die für einen schnellen Übertrag von Geldern optimiert seien, wenig Abstimmungsbedarf verursachten und auch Millionen von Transaktionen pro Tag problemlos verarbeiten könnten.“

Nach Angaben der Experten der Bundesbank könne die DLT aber eingesetzt werden, wenn Zahlungen über die Grenzen des europäischen Wirtschaftsraum hinausgingen. Internationale Zahlungen wären oft mit einer längeren Wartezeit verbunden, da die Abwicklung von verschiedenen Akuteren mehr Zeit in Anspruch nehme.

Auf der Homepage der Zentralbank heißt es:

„Der internationale Zahlungsverkehr wird sehr häufig im Rahmen von Korrespondenzbankbeziehungen abgewickelt. Bei dieser Art Geschäft unterhält eine Bank eine Beziehung zu einem anderen Kreditinstitut in dem Währungsraum, mit welchem es Zahlungen abwickeln möchte. Die DLT könnte dabei einige Prozessschritte vereinfachen und Endnutzerinnen und -nutzern eine schnellere und günstigere Abwicklung ermöglichen. Auch bei der Handelsfinanzierung könne die Nutzung der DLT Vorteile bieten, schreiben die Fachleute weiter.“

Dass die Zentralbank nun solche Töne anschlägt, kommt überraschend, da sie sich in der jüngsten Vergangenheit intensiv mit der Blockchain-Technologie beschäftigt hatte. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Börse hatte die Bundesbank einen Wertpapierhandel, der auf der Blockchain basiert, getestet.

Nun schrieben die Experten der Bank, dass derzeit noch nicht klar sei, inwieweit die DLT auch im Hinblick auf Sicherheit, Effizienz, Kosten und Geschwindigkeit Vorteile gegenüber der heutigen Technik biete.

Englische Originalversion

Image via Unsplash

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