Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sperrt OneCoin Konten

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat die Konten des Vertriebssystems hinter OneCoin gesperrt, da dem Kryptowährungsservice in der Vergangenheit mehrfach Betrug vorgeworfen wurde.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) veröffentlichte am 10. April ein Schreiben, in dem es hieß, dass eine Kontensperre für die IMS International Marketing Services GmbH, welche ihren Sitz in Deutschland hat, verhängt wurde.

Nach Angaben der BaFin hat die GmbH zwischen Dezember 2015 und Dezember 2016 rund 360 Millionen Euro durch die Vereinbarung mit OneCoin Ltd eingenommen. 29 Millionen befinden sich noch stets auf den derzeit gesperrten Konten.

Die Behörde stellt klar, dass dem Unternehmen finanzielle Strafen drohen, wenn es der Einstellungsverfügung zuwider handeln sollte. In dem veröffentlichten Text heißt es konkret:

„Für den Fall, dass das Unternehmen der Einstellungsverfügung zuwider handeln sollte, drohte die Behörde an, ein Zwangsgeld in Höhe von 1,5 Millionen Euro festzusetzen. Die Abwicklungsanordnung bewehrte sie mit einer Zwangsgeldandrohung in Höhe von 150.000 Euro. Die Verwaltungsakte einschließlich der Zwangsgeldandrohungen sind von Gesetzes wegen sofort vollziehbar.“

Die BaFin ist aber keines Falls die einzige Behörde in Europa die Schritte gegen OneCoin eingeleitet hat.

OneCoin nutzt Multi-Level-Marketing und preist OneCoin als eine Investitionsmöglichkeit an. Zukünftige Kunden sollen die Kryptowährung erstehen und diese dann verkaufen. Dabei sollen sie möglichst neue Kunden gewinnen. Wegen dieser Technik wird OneCoin beschuldigt, ein Pyramidensystem zu sein.

Im letzten Jahr haben einige afrikanische Länder ebenfalls Maßnahmen ergriffen und Kunden vor der OneCoin gewarnt. Im Vereinigten Königreich und besonders in London, werden bereits seit September polizeiliche Untersuchungen gegen OneCoin durchgeführt, während in Italien Werbung für OneCoin verboten wurde.

Bemerkenswert ist außerdem, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Schritte, nicht wegen dem Verkauf der OneCoin und deren Rechtmäßigkeit, sondern wegen des unerlaubten Finanztransfergeschäfts, eingeleitet hat.

„Die BaFin darf keine Aussagen zur zivilrechtlichen Wirksamkeit der Verträge machen, die Einzahler abgeschlossen haben, um in den Besitz von „Onecoins“ zu gelangen. Entsprechende Anfragen kann sie daher nicht beantworten.“, schrieb die Behörde.

Englische Originalversion

Image via Unsplash

 

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