Vier Bitcoin-Börsen mit geringer Identitätsprüfung

Regierungen haben ihre Anstrengungen zur Regulierung und Überwachung von digitalen Währungsoperationen verstärkt. Viele globale Börsen verlangen eine Identifikation, wenn man sich auf ihren Webseiten anmelden möchte. Politiker bilden derzeit viele Forschungsgruppen und entwickeln Bitcoin-Gesetze, deshalb kann sicher davon ausgegangen werden, dass regulatorische Maßnahmen weiter fortgesetzt werden.
Krypto-Börsen mit wenigen bis keinen Identitätsprüfungsanforderungen
Obwohl eine breite Mehrheit der populären Bitcoin-Börsen eine Identifizierung erfordert, gibt es noch wenige, bei denen man ohne Identitätsprüfung Bitcoins kaufen und verkaufen kann.

 
Localbitcoins
Localbitcoins ist ein Peer-to-Peer Börse, bei der man lokale Währung in Bitcoins tauschen kann. Das in Finnland ansässige Unternehmen wurde im Jahr 2012 von Jeremias Kangas gegründet. Er entwarf ein Reputationssystem, einen Treuhanddienst und einen Streitbeilegungsdienst auf der Plattform. Die Börse bietet eine breite Palette an Zahlungsoptionen um Bitcoins zu kaufen zu verkaufen. Zahlungsoptionen sind Bar, Paypal, Geschenkkarten, Western Union und viele mehr. Ähnlich wie bei Craigslist schreiben die Nutzer aus, ob sie Bitcoins kaufen oder verkaufen wollen. Localbitcoins wurde weltweit populär und kann in der Regel aus den meisten lokalen Regionen verwendet werden.
Nutzer müssen ihre Identität nicht verifizieren um die Localbitcoins-Plattform zu verwenden, aber sie können wählen, ob es gewünscht ist. Es gibt eine Option zum Hochladen eines Personalausweises, Lizenz und Telefonnummer.  Seine Identität zu verifizieren bringt mehr Vertrauen in den Kauf- bzw. Verkaufsprozess, sofern es um Reputation geht. Allerdings müssen Benutzer von diesen Verifikationsprozess keinen Gebrauch machen und auch so weiterhin auf der Plattform Trades ausführen.

 
Wall of Coins
Der Sarasota-basiert Bitcoin Marktplatz, Wall of Coins, ist auch eine Peer-to-Peer Börse, die keine Verifikation zum Kryptotrading ermöglicht. Die Cash-to-Bitcoin Börse ist in mehreren Ländern der Welt verfügbar, darunter Kanada Brasilien, Deutschland, Lettland, Polen und die Philippinen. Das Unternehmen rühmt sich damit, dass es erstklassig Sicherheit gewährleistet indem sie alle Bitcoins in Cold Storage halten und die Infrastruktur Wert auf Privatsphäre legt.
Als Beweis für den Cold Storage hat der Wall of Coins Gründer Robert Genito alle Einzahlungsadressen des Unternehmens veröffentlicht. Die Adressen sind auf deren Webseite öffentlich mit GPG Schlüsseln signiert, sodass Einzahlungen überprüft werden können. Es wird keine Registrierung oder Identifikation benötigt um die Wall of Coins Plattformnutzen zu können. Die Benutzer können innerhalb von 15 Minuten die Kauf- und Verkaufsdiente nutzen.

 
Bitquick
Bitquick ist ein anderer cash-to-bitcoin Anbieter, der eine optionale Identitätsprüfung bietet. Die Bitquick-Plattform ähnelt Wall of Coins und Localbitcoins. Verkäufer bieten ihre Verkäufe an und Käufer zahlen Geld auf eines der treu händischen  Bankkonten von Bitquicks ein. Das Unternehmen verwendet Bitgo’s multi-signatur Walletframework und hat auch ein Proof-of-Reserve-System. Das Startup bietet seit 2013 seine peer-to-peer-CashTrading Dienstleistung an und wird in Kürze Moneygram- und Western Union Optionen hinzufügen. Die Identität ist bei Bitquick optional, wird jedoch für Transaktionen über 400 US-Dollar benötigt. Dafür müssen Nutzer einige Dokumente einreichen.

 
Bitshare
Bitshare ist eine dezentralisierte Bitcoin Börse die 2014 gegründet wurde. Sie ist einzigartig da sie keine zentrale Fehlerquelle hat und keine Identifikation erfordert. Die Börse bietet Bitcoinhandel gegen nationale Währungen wie USD, EUR und auch Altcoins an. Die Plattform ist eine Desktopanwendung auf der Nutzer verschiedene Kryptowährungen ein- und verkaufen können. Benutzer können anonym bleiben, da die Kommunikation über Tor verläuft.
Bitshare nutzt ein treuhand System, Multi-Signatur-Transaktionen, eine Kautionsicherheit und eine dezentralisierte Vermittlungssinfrastruktur. Der Vermittler halten einen der Schlüssel im 2-of-3 Multisignatur Schema. Die Plattform wurde in den vergangen Jahren wegen seinen dezentralisierten Aspekten beliebter, da viele Menschen Geld bei gehackten Börsen verloren. Die jüngste Ankündigung der chinesischen Bitcoin-Börse, die Auszahlungen auszusetzen, ist nur ein weiterer Weckruf für diejenigen, die Fonds auf zentralen Plattformen halten.

 
Der Nutzer hat die Wahl
Eine Menge Leute wollen anonym bleiben wenn sie Bitcoins kaufen und verkaufen. Manche Leute haben nichts dagegen ihre Dokumente, Kontoauszüge und Rechnungen für die Börsen offen zu legen.
Allerdings gibt es diejenigen, die keine Identitätsprüfung durchlaufen wollen. Dies bedeutet nicht, dass diese Personen Bitcoin für illegale Aktivitäten nutzen wollen. Auch möchten diese Personen nicht, dass Dritte ihre privaten Informationen an einem unbekannten Ort speichern. Kundendaten sind auf dem Schwarzmarkt ein heiß gehandeltes Produkt. Durch die Registrierungsdaten machen sich solche Plattformen schnell zum Ziel von Hackern.

Englische Originalversion

By Stefan Kienle

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