Bitcoin unsicher und kriminell ?

Bitcoin und Co. benötigt, wie Gold, das Vertrauen der Menschen. Und dieses zu erlangen ist nicht immer leicht, zu oft wird darüber berichtet, dass Bitcoin unsicher und kriminell ist. Aber stimmt das wirklich?

 

Ist Bitcoin unsicher und kriminell?

Die Sicherheit von Bitcoin

In Bezug auf die Sicherheit ist ganz klar zu sagen, dass Bitcoin nicht unsicher ist! Bei der Sicherheit muss strikt differenziert werden und das wird es leider nicht. Betroffen von Hackerattacken sind entweder Bitcoinbörsen (z.B. Bitstamp), Onlinewalletanbieter (Artikel) oder anderweitige Plattformen. Die Diebe erlangen durch das Hacken die Zugangsberechtigung zu einem Wallet und versenden dann die Bitcoins von einer zu einer anderen Adresse. Die Bitcoins an sich sind nicht betroffen – diese werden lediglich weiterversendet – betroffen sind die online Plattformen, denn Bitcoins sind fälschungssicher. Die größten „Sicherheitslücken“ im Bitcoinsystem sind Benutzerfehler z.B. verlieren oder löschen der private Keys, aber auch gegen diese kann man sich versichern, indem man Backups erstellt.

 

Bitcoin ist kriminell

Ein weiteres häufiges Argument gegen Bitcoin ist, dass es kriminelles Geld ist und hauptsächlich für Drogen, Prostitution, Geldwäsche usw. genutzt wird und diese Aktivitäten fördert. Das Paradebeispiel dafür ist Silk Road und Ross Ulbricht, der z.B. wegen Drogenhandel, das Hacken von Computern und Geldwäsche angeklagt wurde. Hier ist ganz klar zu sagen, dass das grundsätzlich anonyme System der Kryptowährungen natürlich für solche kriminelle Machenschaften missbraucht wird, alles andere wäre außerhalb jeder Lebenserfahrung! Allerdings wird bei diesem Gegenargument zum einen außer Acht gelassen, dass das kein Bitcoin-spezifisches Problem ist und zum anderen, dass durch die Blockchain eine anonyme Transparenz gegeben ist.

Vergleich zum jetzigen System

Auch der Euro & der Dollar und jede weitere Währung steht vor genau diesem Problem. Allein in Deutschland sollen im Jahr schätzungsweise 50 Milliarden Euro „schmutziges Geld“ gewaschen werden. Sichergestellt wird von diesem Geld weniger als ein halbes Prozent. Zur Verdeutlichung: Das gilt allein für Deutschland! Bitcoin und weitere Kryptowährungen sind globales Gut, d.h. für einen angemessenen Vergleich müsste die kriminelle Statistik aller Länder mit der von Bitcoin verglichen werden.

 

Die Transparenz könnte die Strafverfolgung erleichtern

Zudem wird ein Vorteil von Bitcoin und Co. verkannt, da nur von einem anonymen, aber nicht transparenten System ausgegangen wird. Jede Transaktion wird in einem öffentlichen Hauptbuch, der Blockchain abgespeichert, das bedeutet vollständige Transparenz aller Geldflüsse. Diese Rückverfolgbarkeit könnte bei der Strafverfolgung hilfreich sein, zwar können die Adressen nicht direkt zugeordnet werden, wird aber eine Beziehung von einer Adresse und einer kriminellen Aktivität nachgewiesen, können alle Geldtransfers aufgedeckt werden.

 

Es existiert kein sauberes System

Abschließend ist zu sagen, dass kein System vor kriminellen Aktivitäten sicher ist. Dennoch sollte, wenn schon ein Vergleich von Geld zu Bitcoin vorgenommen wird, nicht immer das Positive vom Buch- oder Bargeld gegen Bitcoin aufgewogen, sondern auch die Nachteile ehrlich gegeneinander abgewogen werden.

 

Wenn eine Bank ausgeraubt wird, wird auch nicht gleich das (Bar)Geldsystem überdacht und als unsicher angesehen. Genauso wenig sollte Bitcoin für einen Börsenraub kritisiert und als verantwortlich angesehen werden.

 

Image via pixabay, CC0

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